de nodus - von der Nudel

Marco Polo hat von seiner China-Reise 1271 bis 1295 die Nudel nach Europa gebracht. Weiß jeder, ist aber nicht so. Die Nudel ist bereits seit der frühen Antike in Europa heimisch. Im antiken Griechenland, bei den Etruskern und bei den Römern waren Nudel bekannt. Der erste Nachweis für Spaghetti stammt aus Sizilien, gut 100 Jahre vor Marco Polo.

Das Wort "Nudel" stammt vom lateinischen Wort "nodus" (Knoten) ab und hat damit die selbe Herkunft wie der "Knödel". Verbreitet war die Nudel im Mittelalter vor allem in Südeuropa. Aus dem 11. und 12. Jhd. sind Rezepte aus der Lombardei überliefert. Der italienische Schriftsteller Boccaccio ("Decamerone") erwähnt im 14. Jhd. in einem seiner Bücher die Maccaroni. Aber auch anglo-normannische Rezepte – wohl durch Austausch mit den Normannen auf Sizilien – sind bekannt.

Was folgt daraus: Pasta passt auch zur gehobenen Mittelalterküche!15.Jhd Pasta

Ein einfaches, überliefertes Nudelrezept besteht aus Weizenmehl, Weizengries (zu gleichen Teilen), Salz und Wasser - im Grund werden Hartweizennudeln noch heute so hergestellt. Der Teig wurde zu dünnen Platten ausgerollt und dann entweder noch feucht geschnitten oder nach dem Trocknen in kleine Teile zerbrochen. An den Zutaten sieht man schon, dass die Nudel eher etwas für Reiche war: Weizen war teuer und damit der Oberschicht vorbehalten.

Neben Lasagne, Maccaroni und dünnen Bandnudeln findet man im Mittelalter auch die guten schwäbischen Maultaschen und Spätzle. Auch einen Vorläufer der Gnocchi – natürlich ohne Kartoffeln – mit Frischkäsefüllung kann man bei der Nudelsuche entdecken.

Wer lieber Nudel mit Ei mag: Für Spätzle braucht man Mehl (am besten Dinkelmehl, Weizen geht auch), pro Person ein Ei (und manchmal auch mal zwei) sowie etwas Salz. Sparsame Menschen geben pro Person noch eine halbe Eierschale Wasser dazu (gibt dann die so genannten Werktagsspäzle). Tja, wieviel Mehl? Soviel, dass ein zäher Teig entsteht. Den schlägt man mit dem Kochlöffel so lange, bis er Blasen zieht. Dann eine halbe Stunde ruhen lassen und schließlich die Spätzle portionsweise ins kochende Wasser schaben.


Die Illustration stammt aus einem kurzen Beitrag über italienische Maccaroni  im 15. Jahrhundert.